Antworten der Bürgermeister/innen

Verkauf von Bahnhofsgebäuden in Mittelfranken

(Ansbach) 28. Februar 2008

Vor knapp vier Wochen am 21. Januar 2008 schrieb Birgit Raab, Bezirksrätin, Briefe an 21 mittelfränkische Bürgermeister und Bürgermeisterinnen wegen des Verkaufs von 23 Bahnhofsempfangsgebäuden durch die Bahn AG an die Firma Patron in Luxembourg. Inzwischen haben sich etwa zwei Drittel der Gemeinden und Städte zu den Fragen im Brief geäußert. Die Antwortbriefe, ein Antwortfax und mündliche Antworten sind nachfolgend dokumentiert und können u.a. als pdf-Dateien heruntergeladen werden.

Die „Antwort-Palette“ reicht von „agressive Formulierung Ihrer Frage“ (Bürgermeister Assum aus Oberdachstetten, Ldkr. Ansbach) bis „es ist sehr schön, dass sie sich als Bezirksrätin für unseren Bahnhof in Ochenbruck interessieren“ (Gemeinde Schwarzenbruck, Ldkr. Nürnberger Land).

Die „rote Laterne“ erhält der Landkreis Neustadt / Aisch – dort haben die betroffenen Gemeinden bisher überhaupt nicht reagiert – weder telefonisch noch schriftlich.

Bezirksrätin Birgit Raab: „Nach den bisher eingegangenen Antworten der Städte und Gemeinden zu schließen, haben einige mittelfränkische Kommunen großes Interesse an dem Erwerb des jeweiligen Bahnhofempfangsgebäudes gehabt und erhebliche Anstrengungen unternommen, das Gebäude kaufen zu können.

Mein Eindruck ist nach Durchsicht der Antwortschreiben: Die Bahn AG vertröstet, täuscht und übergeht Kommunen (vgl. z.B. Antwortschreiben und Projektcontrolling der Gemeinde Heroldsberg). Nach außen hin und öffentlich wird in einer Pressemitteilung der DB vom 14. Januar 2008 betont, dass laut Rolf Reh (Vorstand Betrieb und Entwicklung der DB Station & Service AG) „jedes zu veräußernde Gebäude zuerst den Kommunen zum Verkauf angeboten wird“.

Diese Aussage stimmt nach meinen Recherchen definitiv nicht.“

Dumme sind KundInnen und Kommunen in Bayern, denn bisherige Verkäufe liefen weitgehend über deren Köpfe hinweg. Die Gemeinden, Städte und Private sollen ausbaden, was die Bahn über Jahrzehnte verschlampt und verschlafen hat.

Zu einer lebendigen Kommune gehört jedoch ein lebendiger Bahnhof: er ist Visitenkarte und Eingangstor.

 

Von folgenden Gemeinden und Städten sind Rückmeldungen gekommen:

Landkreis Ansbach

Gemeinde Oberdachstetten, Bgm. Hans Assum, Bahnhofsgebäude Oberdachstetten
Antwortbrief der Gemeinde Oberdachstetten vom 22. Januar 2008

Gemeinde Petersaurach, Bürgermeister Hans Fischer, Bahnhofsgebäude Wicklesgreuth
Antwortbrief der Gemeinde Petersaurach vom 28. Januar 2008

Stadt Merkendorf, Bürgermeister Hans Popp, Bahnhofsgebäude Triesdorf
hat nicht geantwortet

Landkreis Erlangen-Höchstadt

Marktgemeinde Emskirchen, Bürgermeister Dieter Schmidt, Bahnhofsgebäude Emskirchen
hat nicht geantwortet

Gemeinde Heroldsberg, Bürgermeisterin Melitta Schön, Bahnhofsgebäude Heroldsberg
Antwort-E-Mail vom 23. Januar 2008

Stadt Erlangen

Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis, Bahnhofsgebäude Erlangen-Bruck
Antwort des Liegenschaftsreferats auf Anrufbeantworter am 1. Februar 2008

Landkreis Fürth

Gemeinde Veitsbronn, Bürgermeister Peter Lerch, Bahnhofsgebäude Siegelsdorf
Antwortbrief der Gemeinde Veitsaurach vom 23. Januar 2008

Marktgemeinde Wilhermsdorf, Bürgermeister Harry Scheuenstuhl, Bahnhofsgebäude Wilhermsdorf
hat nicht geantwortet

Stadt Zirndorf, Bürgermeister Thomas Zwingel, Bahnhofsgebäude Zirndorf
Antwortbrief der Stadt Zirndorf vom 6. März 2008

Stadt Fürth

Bürgermeister Thomas Jung, Bahnhofsgebäude Vach
Antwortbrief der Stadt Fürth vom 23. Januar 2008

Landkreis Neustadt / Aisch

Marktgemeinde Markt Bibart, Bürgermeister Ludwig Guenther, Bahnhofsgebäude Markt Bibart
hat nicht geantwortet

Gemeinde Illesheim, Bürgermeister Heinrich Förster, Bahnhofsgebäude Illesheim
hat nicht geantwortet

Stadt Uffenheim, Bürgermeister Georg Schöck, Bahnhofsgebäude Uffenheim
hat nicht geantwortet

Stadt Nürnberg

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Bahnhofsgeb.Nürnberg-Schweinau, Nürnberg-Ost, Stein
Antwortbrief der Stadt Nürnberg vom 14. Februar 2008

Das Bahnhofsgebäude Stein liegt auf dem Stadtgebiet Nürnberg
Antwortbrief der Stadt Stein zum Bahnhofsgebäude Stein vom 30. Januar 2008

Landkreis Nürnberger Land

Stadt Hersbruck, Bgm. Wolfgang Plattmeier, Bahnhofsgebäude Hersbruck (links der Pegnitz)
hat nicht geantwortet

Gemeinde Neunkirchen a. Sand, Bürgermeister Kurt Sägmüller, Bahnhofsgebäude Neunkirchen a. Sand
Antwortbrief der Gemeinde Neunkirchen am Sand vom 6. Februar 2008

Stadt Röthenbach a. d. Pegnitz, Bürgermeister Günther Steinbauer, Bahnhofsgebäude Röthenbach Pegnitz
hat nicht geantwortet

Gemeinde Rückersdorf, Bürgermeister Peter Wiesner, Bahnhofsgebäude Rückersdorf
Antwortbrief der Gemeinde Rückersdorf vom 23. Januar 2008

Gemeinde Schwarzenbruck, Bürgermeister Norbert Reh, Bahnhofsgebäude Ochenbruck
Antwortbrief der Gemeinde Schwarzenbruck vom 24. Januar 2008

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

Gemeinde Solnhofen, Bürgermeister Gerhard Nürnberger, Bahnhofsgebäude Solnhofen
Anruf von Herrn Rieger, Gemeinde Solnhofen am 21. Januar 2008: Laut Herrn Rieger hat die Gemeinde Solnhofen einen Grundsatzbeschluss gefasst, um das Gebäude zu erwerben. Die Bahn AG hat die Gemeinde nicht wegen eines Erstverkaufsrechts kontaktiert. Die Gemeinde war bisher (bis zu meinem Brief am 21. Januar 2008) nicht über den Verkaufs des Empfangsgebäudes an die Fa. Patron unterrichtet worden.

Stadt Weißenburg, Oberbürgermeister Reinhard Schwirzer, Bahnhofsgebäude Weißenburg
Antwortfax der Stadt Weißenburg vom 22. Januar 2008

 

Der Wortlaut des Briefes kann hier nachgelesen werden.

 

Verwandte Artikel